Inzwischen gewöhnt man sich beinahe schon daran, dass Amazon für den Großteil der Neuigkeiten über eBooks verantwortlich ist. So auch diesmal, denn Amazon plant angeblich (es handelt sich derzeit noch um Gerüchte), seinen Premium-Kundenservice Prime, der derzeit gegen eine jährliche Gebühr von 29€ auch in Deutschland erhältlich ist, mit einer Flatrate für eBooks aufzuwerten. Amazon soll sich dafür bereits in Gesprächen mit verschiedenen Verlagen befinden. Damit wären zum einen erheblich mehr Kunden für den Prime-Service zu begeistern und zum anderen wäre es eine hervorragende Ergänzung für die Geräte der Kindle-Serie, die aktuell zwei eReader umfasst, aber noch vor Jahresende um hauseigene Tablet-Computer ergänzt werden soll.
Die Verleger allerdings sollen, gerüchteweise, nicht sonderlich von der Idee angetan sein. Das wäre auch sehr verständlich, schließlich wäre durch ein derartiges Verschenk-Modell ein Werteverlust von eBooks zu befürchten, zumindest in Augen der Kunden, die im Umkehrschluss nicht mehr bereit wären, eventuell als zu hoch empfundene Preise für eBooks zu bezahlen und komplett auf Amazon ausweichen könnten. Zwar sollen keine aktuellen Bestseller in diesem Angebot enthalten sein, sondern nur mindestens ein Jahr alte, was dennoch einen empfindlichen Bereich der Verlage treffen dürfte. Nicht zuletzt, weil viele davon noch lange nach ihrer Veröffentlichung in den Bestseller-Charts verweilen – länger als ein Jahr. Nicht zuletzt wird wohl auch mit dem Verlust des Wertes geistigen Eigentums der Autoren argumentiert, die durch einen solchen Werteverlust ihrer Werke natürlich auch das Nachsehen hätten.
Sollte ein derartiger Deal zwischen Amazon und den Verlagen zustanden kommen, dürften letztere dennoch das Angebot der möglichen Titel trotzdem stark filtern und selektieren.
Sollte an diesen Gerüchten etwas wahres dran sein, was durchaus denkbar ist, wäre ein Launch dieses Dienstes in Deutschland scheint allerdings mehr als unwahrscheinlich. Preisbindung und Flatrate schließt sich per Definition gegenseitig aus. Und bei uns werden die Kosten für eBooks wie bei Print-Bücher von der Buchpreisbindung bestimmt. Das ist natürlich sehr bedauerlich, wenn man bedenkt, dass ein oder mehrere Flatrate-Angebote eBooks auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen könnten.



