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Kobo Writing Life: neues Self-Publishing-Programm

12. Juni 2012

Amazon ist mit seinem Kindle Direct Publishing (KDP) ausgesprochen erfolgreich unterwegs. Viele Indie-Autoren werden mit dem kostenlosen Angebot, die eigenen Titel und Werke mit vergleichsweise hohen Tantiemen zu verkaufen, zu Amazon gelockt. Der kanadische Buchhändler Kobo möchte nun mit Amazon gleichziehen und startet Ende Juni sein eigenes Self-Publishing-Programm: Kobo writing life.

Die Ziele des Programms werden nach einem kurzen Überblick schon deutlich: man möchte als Veröffentlichungsplattform wesentlich attraktiver werden als Amazon. Natürlich setzt man deshalb zuerst bei den Tantiemen an. Kobo gewährt ab einem Buchpreis von 1,99 Dollar siebzig Prozent Tantiemen (Amazon erst ab 2,99 Dollar), liegen die Preise darunter, immerhin noch 45 Prozent (Amazon 35 Prozent). Darüber hinaus will Kobo Gratis-Aktionen anbieten, die wohl dem KDP-Select- Programm entsprechen sollen. Im Gegensatz zu Amazon (Kobo-Webside: „Unlike some self-publishing portals we could mention“)  möchte man bei Kobo dennoch auf die Exklusivvermarktung verzichten, wenn Autoren daran teilnehmen möchten. Auch bleibt den Autoren, im Gegensatz zum Kindle-Shop, die Entscheidung, ob ihre Werke mit DRM-Maßnahmen versehen werden sollen, selbst überlassen.

Derzeit werden mit einigen ausgewählten Autoren noch letzte Verbesserungen abgeschlossen, bevor das Programm Ende diesen Monats offiziell starten soll. Als kleines, nettes Werbemittel kann man sich auf der Writing Life-Seite die Kobo Writing Life Collection: Spring 2012 herunterladen, eine Sammlung von Werken der bislang teilnehmenden Indie-Autoren, von denen einige schon einen gewissen Bekanntheitsgrad genießen.

Amazon hält derzeit die Mehrheit aller sich im Umlauf befindenden eReader und bietet ein reich frequentiertes, übersichtliches eBook-Portal mit Millionen von Titeln und ist Kobo dementsprechend weit voraus. Derzeit listet das junge Unternehmen etwa 2,5 Millionen eigene Titel und expandiert in neue Länder, jedoch erst nach und nach. So wird Writing Life zunächst nur auf Englisch verfügbar sein, im Laufe der nächsten Monate aber auch eine deutsche Version bekommen. Man wird dem eBook-Marktführer aus Seattle wohl kaum schlotternde Knie bereiten, doch ist es ein interessanter Weg, den man einschlägt. Zwar verzichtet Kobo auf die exklusive Vermarktung, Amazon aber nicht. Viele Indie-Autoren werden sich dementsprechend die Frage stellen müssen, was mehr Sinn macht: Kobos höhere Tantiemen und insgesamt offenere Bedingungen, oder Amazons weit größeres Kundenfeld. Je nach Zulauf, der durchaus mit besagten, zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher genannten „Gratis-Aktionen“ beeinflusst werden könnte, könnte Kobo sich womöglich als eine feste Self-Publishing-Größe etablieren. Sobald verfügbar, wird sich Writing Life mit weiteren Informationen in unserer Self-Publishing-Sektion wiederfinden.

{ 2 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

Helena September 25, 2012 um 14:22

Das hört sich verlockend an. Suchen aber nicht viel mehr Lese bei Amazon nach eBooks als bei Kobo? Oder wie läuft das genau ab? Die eBooks sind wohl eines der besten Chancen für Autoren (siehe auch http://veroeffentlichen-heute.de/category/chancen-und-risiken-fur-autoren/), um mit dem Selfpublishing zu beginnen. Deshalb würde mich das sehr interessieren.

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eBooksaktuell Oktober 2, 2012 um 10:44

Derzeit ist Amazon tatsächlich weiterhin Marktführer für eBooks. Das liegt vor allem daran, dass der US-Konzern als erster ein möglichst großes Angebot geschaffen hat und mit seinen Kindle-eReadern sowie der ausgeprägten Infrastruktur ein eigenes Ökosystem besitzt und anbietet. Dabei war Amazon lange Zeit weitgehend konkurrenzlos, was sich, unter anderem durch das stark expandiere Kobo, was auch Amazons erfolgreichem Kindle Direct Publishing mit Writing Life etwas entgegen setzt, geändert hat.

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