Amazons #1 Verkaufsschlager, der Kindle Fire, soll angeblich doch nach Europa kommen. Amazon habe eine nicht näher spezifizierte Veranstaltung für den heutigen Tag in Frankreich angesetzt, auf dem der Verkaufsstart für unseren Nachbarn bekannt gegeben werden könnte, französischen Blogs zufolge. Wäre dem so, dürfte Deutschland, als einer der stärksten europäischen Märkte, auch nicht lange warten müssen.
Der Grund, warum der Kindle Fire für Europa weniger interessant ist als für die USA, sind die Unterschiede in den regionalen Amazon Prime-Angeboten. Prime-Kunden (79$/Jahr) in den USA erhalten ein weitaus großzügigeres Servicepaket als zum Beispiel die in Deutschland (29€/Jahr). Wo bei uns im Wesentlichen lediglich der kostenlose „Am nächsten Tag“-Versand geboten wird, erhalten US-Kunden Versand, unbegrenzte Movie-Streams und eine eBook-Flatrate. Genau dafür ist der Fire gemacht: Den Konsum der Amazon-Prime Angebote. Das Android-System ist stark modifiziert, um den Nutzer vor allem an das Angebot von Amazon zu binden (so ist der Android-Marketplace mit einem Fire gesperrt). Weil diese Inhalte in Europa nicht angeboten werden, macht auch der Vertrieb des Tablets wenig Sinn, da der Preis von 199$ kaum die Herstellungskosten deckt. Das große Geld macht Amazon mit den Einkäufen der Fire-Nutzer.
Damit würde den Fire in Europa anzubieten, womöglich auch eine Ausweitung der europäischen Prime-Angebote erfolgen, um effektiven Nutzen (also Gewinn) daraus zu ziehen. Solange das jedoch nicht erfolgt oder erfolgen wird, kann man davon ausgehen, keinen europäischen Fire zu erhalten. Allerdings ist Europa als Gesamtmarkt alles andere als unattraktiv oder unwichtig für Amazon. Der Wunsch, den Fire gewinnbringend anbieten zu können, wird also durchaus da sein.



