Haben eBooks nur im Bildungsbereich eine Chance?

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15. Juni 2011

Eine Studie des Springer-Verlages, der auf wissenschaftliche Literatur spezialisiert ist, aus den Jahren 2007 und 2008 beschäftigte sich ebenfalls mit dem Aufkommen von eBooks.

Diese räumt den eBooks im Freizeitbereich nur sehr wenig Chancen ein, dafür eine umso größere Beliebtheit in Bereich Forschung und Universität. Als Gründe dafür nennt die Studie eine bessere Kosteneffizienz (was in Ländern mit Bruchpreisbindung relativ ist, in solchen ohne jedoch stimmt).

Ein weiterer großer Vorteil von eBooks sei ihre Verfüg- und Auffindbarkeit. Man erspart sich durch eBooks langes Suchen in der Bibliothek sowie die Anfahrt und hat sie mit wenigen Klicks sofort zur Hand. Auch von zuhause aus.

Von den Befragten gaben 78% an, eBooks für die Forschung zu nutzen, und 56% für ihr Studium.

Zur Suche und Auffindbarkeit an der Universität Münster gaben 50% an, ihre Suche bei Google (/Scholar) zu beginnen, nur geringfügig weniger starten bei den Online-Katalogen ihrer Universitäts- und Landesbibliothek. Insgesamt finden zwischen 80 und 96% der Befragten an 5 Universitäten  eBooks nützlich, und zwischen  79 und 98% würden gerne mehr eBooks nutzen. 84% gaben an. Zugang zu einer großen Zahl an eBooks zu haben (in der Bibliothek) und davon immerhin 73%, auch schon mit eBooks gearbeitet zu haben.

Zur Frage, wie sich Nutzer die Verhältnisse zwischen eBooks und gedruckten Büchern vorstellen, gaben ca. 50% an, eBooks und gedruckte Bücher situationsbedingt zu nutzen, im Endeffekt also beides.

35% würden bei gedruckten bleiben und nur 7% würden generell eBooks bevorzugen.

Letztendlich kommt die Studie zum dem Schluss, dass eBooks die gedruckten Büchern auch langfristig nicht verdrängen können, aber im Forschungsbereich an Beliebtheit gewinnen werden, als nützliches, praktisches und gerne angenommenes Zusatzangebot, noch vor dem Studien-, Lehr- oder Freizeitbereich. eBooks seien wesentlich effektiver, wenn man schnell bestimmte Informationen suche.

Allerdings ist wieder zu berücksichtigen, welche Ziele der Auftraggeber der Studie verfolgt. Da eBooks damals wie heute ein immer noch recht unerschlossener Markt sind, gerade in Deutschland, wo Springer auch tätig ist und die Buchpreisbindung ‘herrscht’. Kurzum, hier kann man noch Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen und seine Angebote auf eine bestimmte Zielgruppe zurechtschneiden.

Auch, dass die Befragten in der Studie nahezu ausschließlich Studenten und in der Forschung tätige sind, würde dazu passen.

Übrige Bereiche, wie die Belletristik, die einen hohen Anteil der eBookverkäufe ausmacht, werden in dieser Studie schlichtweg ignoriert, deswegen darf man durchaus Rückschlüsse auf den Forschungsbereich ziehen, sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass diese Studie nur einen kleinen Teil des gesamten Marktes abdeckt.

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