‘Nexus Tab’ bereits Mitte 2012
Googles ehemaliger CEO und heutiges Aufsichtsratsmitlied, Eric Schmidt, hat in einem Interview mit einer mailändischen Zeitung angekündigt, Google werde bereits in einem halben Jahr einen eigenen Tablet-PC auf den Markt bringen. Selbstverständlich soll das Gerät von „höchster Qualität“ sein – sonst würde Werbung ja keinen Sinn machen.
Zunächst erscheint dieser Schritt von Google gar nicht so weit hergeholt, schließlich bietet man derzeit bereits das dritte „Google-Phone“, das Samsung Galaxy Nexus, an. Google- lizensierte Hardware wird dabei immer von Auftragsherstellern gefertigt, in der Vergangenheit waren das bislang HTC und Samsung, die aber keine eigene Oberfläche über Googles Betriebssystem Android legen dürfen. Googles Ziel dabei ist schlichtweg, Android besser zu vermarkten und zu bewerben. Durch den voraussichtlich späteren Veröffentlichungstermin als dem des iPad 3, der für Februar/März erwartet wird, könnte Google zudem mit stärkerer Hardware aufwarten und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Apple verschaffen.
Neues Android: Ice Cream Sandwich
Im Gegensatz zu Smartphones, die mehrheitlich Android als Betriebssystem verwenden, kommt der Tablet-Markt nur sehr langsam in Gang, denn Apples iPad 2 ist das Maß aller Dinge und der absolute Spitzenreiter, während Android-Tablets die Regale warm halten. Durch die Verkaufsverbote, die Apple in mehreren relevanten Märkten wie Deutschland und Australien gegen Samsungs Premium-Tablet-Modell Galaxy Tab 10.1 zeitweise erwirken konnte, ist dieser Prozess zudem nicht unbedingt zum besseren gewandt worden.
Dazu kamen schwere Performance-Probleme der Android-Version Honeycomb, die speziell für Tablets entwickelt wurde. Leider zeichnete sie sich weniger durch ihre angepasste Bedienung, sondern durch Haken und Ruckler aus, was er Beliebtheit der Geräte kaum zuträglich war, zumal der Referenzwert stets vom iPad abgeleitet wird – wo alles absolut flüssig läuft.
Android 4, Ice Cream Sandwich, die neueste Version, ist erstmals sowohl für Tablets als auch für Smartphones optimiert und kann auch beiden Geräteklassen verwendet werden. Auch die Performance soll erheblich besser sein als bei allen Versionen zuvor und die Fragmentierung des Android-Appstores beenden. Ein Promo-Gerät von Google wäre insofern ein guter Schritt, um den Android-Tablets zu einem entscheidenden Beliebtheitssprung zu verhelfen.
Wer soll’s bauen?
Als Hersteller erscheinen zunächst Motorola und Samsung naheliegend, schließlich hat Google erst kürzlich die Mobilsparte Motorolas aufgekauft und zu einer Tochtergesellschaft umfunktioniert, Samsung allerdings hat die beiden letzten Nexus-Phones hergestellt. Allerdings galt der Kauf Motorolas in erster Linie den Patenten der Firma, um im anhaltenden „Patentkrieg“ mit Apple das Portfolio von Android zu stärken. Dennoch wäre es vielleicht keine schlechte Idee, die Vermarktung von Hard- und Software gleichsam aus dem eigenen Konzern heraus zu stemmen, schließlich besitzt man nun die Möglichkeiten dazu. Man darf zudem davon ausgehen, dass Apple auch gegen ein Nexus Tab einen Sturmhagel von Klagen entfesseln wird, um Verkaufsverbote in den relevanten Märkten zu erwirken, insofern vermag es spannend werden, wie Google solchen Schritten zu entgehen versuchen möchte.



