Thalia Oyo II
Der Nachfolger von Thalias erstem eReader Oyo, der schlicht Oyo II genannt wurde, wusste zunächst zu begeistern, denn er schien alle Schwachstellen des Vorgängers konsequent auszumerzen. Wie auch schon der erste Oyo wird der Nachfolger von Medion in Thalias Auftrag gefertigt.
Datenblatt:
Preis: 119,- €
Display: 6 Zoll eInk Touchscreen m. 16 Graustufen
Gewicht: 260g
Akkulaufzeit: 3 – 4 Wochen
Speicher: 4 GB integriert. Erweiterbar auf bis zu 32 GB
Internet: Wi-Fi
Maße: 154 x 124 x 11 mm
In der Realität stellte sich der Oyo II hingegen als ernüchternd heraus. Zwar können Akku, der jetzt deutlich länger hält, und Verarbeitung, die sich sehr wertig anfühlt, sehr wohl überzeugen, Arbeitsgeschwindigkeit, Systemabstürze, Display und Gewicht hingegen machen den Umgang mit dem eReader zu einer Herausforderung für die Nerven.
Das Display ist zwar wesentlich besser als im Vorgänger, im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten jedoch immer noch sehr schwach. Das liegt nicht am Kontrast, sondern an der schlechten Reaktionszeit und dem starken Ghosting-Effekt.
Die Reaktionszeit ist zudem ein allgemeineres Problem des Oyo II. Je nachdem wartet man eine halbe Minute, bis der eReader eine Eingabe umsetzt – das macht keinen Spaß. Der Prozessor scheint hoffnungslos überfordert. Zur Ehrenrettung muss aber gesagt werden, dass wenigstens das Blättern beim Lesen einigermaßen schnell ist.
Gepaart mit den häufiger auftretenden Systemabstürzen, bei denen nur ein kompletter Neustart hilft, kann der Umgang mit dem Oyo II durchaus zum Geduldsspiel werden, und für den verlangten Preis von guten 120 Euro sollte das nicht sein.
Zuletzt bleibt das hohe Gewicht zu nennen, das bei kürzeren Lesezeiten kaum auffällig wird, bei längeren Lesungen allerdings schlicht zu hoch ist und die Arme schwer werden lässt.
Angesichts der deutlichen Schwächen, welche die Vorteile übersteigen und des angesichts dessen utopisch anmutenden Preises sollte man sich – leider – doch nach einem geeigneteren eReader umsehen, der mehr für sein Geld bietet.



