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Apple revolutioniert das Lernen

20. Januar 2012

Die Katze ist aus dem Sack, und  tatsächlich haben sich sämtliche Meldungen der letzten Tage als wahr erwiesen. Apple hat in New York tatsächlich die Revolution des Schulbuchs verkündet – mittels iPad. Ein Update von  iBooks auf Version 2, widmet sich nun  gleichsam der Wiedergabe von Lernbüchern, die für maximal 14,99 US-Dollar erworben werden können. In den USA sind die drei führenden Lehrbuchverlage (Pearson, McGraw Hill, Houghton Mifflin Harcourt) mit an Bord, die zusammen 90% der Gesamteinnahmen dieses Marktes generieren – gute Ausgangsbasis für Apple.

Neue Apps

Neben der Vorstellung von iBooks 2 erwiesen sich auch die jüngeren Gerüchte um ein „eBook-Garage-Band“  als wahr: mit der kostenlosen Mac OS X-App „iBooks Author“, die optisch wie eine Mischung aus Pages und Keynote erscheint, will Apple es ermöglichen, problemlos „Textbooks“, wie Apple die neuen, interaktiven Schulbücher bezeichnet, zu erstellen. Erhältlich ist das Programm für jedermann mit einem Mac im App Store.

Besonders interessant für Studenten: die iTunes-Unterabteilung „iTunes U“, auf der Universitäten weltweit Vorlesungen und Materialien anbieten, ist nun als App verfügbar – wesentlich übersichtlicher und mobiler als bisher, ausgestattet mit dem Apple-typischen virtuellen Bücherregal.

Was ist nun eigentlich neu?

Soweit, so schön. Neben den erheblich günstigeren Preisen bietet Apples (tatsächlich) neues Konzept ganz enorme Vorteile:
1) Zuerst also: der Preis unterbietet den herkömmlicher Schulbücher enorm. Darüber hinaus lassen sich Inhalte einfach mit einem Update überarbeiten und so auf dem aktuellen Forschungsstand halten – besonders für Studenten der absolute Hammer.
2) Ansonsten bleibt noch die Interaktivität zu nennen – zugegeben, das schreibt sich Apple bei jedem Produkt auf die Fahne, aber in diesem Fall erscheint es angebracht: das iPad im Querformat angelegt, die Seiten übersichtlich mit Text ausgestattet, dazu erklärende Grafiken, die sich nach Belieben vergrößern und verschieben lassen und auch über mehrere Sektionen verfügen können, die einzeln angewählt werden und andere Teilaspekte erklären können (zum Beispiel die verschiedenen Körperteile einer Wespe) sowie eingefügte Videos zur Erklärung.
Wer sich noch daran erinnert, wie er seinen Lehrer in der Oberstufe ausgelacht hat, wenn der mit einer fast schon antiken Videokassette (das kam vor den DvDs ;) ) in die Klasse gewackelt kam und die Bildqualität schlechter war als manche Frontaufnahme im Zweiten Weltkrieg, der wird das zu schätzen wissen.
3) Textverarbeitung. Fingerstreichen reicht aus, um Textstellen farbig zu markieren. Außerdem ist es möglich, markierte Passagen zu kommentieren und am Ende gesammelt (optisch als Karteikarten aufbereitet) einzusehen und durchzugehen. Eine Textsuche, nach Stichpunkten etc., ist eben falls möglich.

Viva la revolución?

Die Möglichkeiten, die Apple erkannt und nun genutzt hat, sind in der Theorie tatsächlich enorm, jedoch nicht der vom Himmel herabgestiegene Heiland, denn: iPads sind sehr teuer. Nicht umsonst konzentriert man sich zunächst auf Highschool-Stoff, da dort offenbar eher mit der Bereitschaft gerechnet wird, sich ein iPad anzuschaffen. Allerdings ist es ein Anfang, den Apple nun schon wieder der Konkurrenz voraus hat, und sollte sich das iPad als wirklich Buchersatz in den kommenden Jahren etablieren können, hat sich Apple bereits jetzt einen unheimlich lukrativen Markt gesichert.

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