Das Zusatzprogramm von Amazons Kindle Direct Publishing-Programm, Kindle Select, führt bei den teilnehmenden Autoren offenbar zum Erfolg – die Verkaufszahlen von Autoren, die ihre Kindle-eBooks zur Leihe anbieten, steigen deutlich stärker als die derjenigen, die daran nicht teilnehmen. Amazon gibt hier Zuwächse von 229 Prozent an. Zudem ist das System auch alles andere als nicht lukrativ: eine Ausleihe bringt dem Autor 2,18 Dollar – erfolgreiche Autoren verdienten so alleine in einem Monat knapp 50.000 Dollar – ohne Verkäufe hinzuzurechnen.
Diese Angaben beziehen sich derzeit noch ausschließlich auf die USA. Dort ist das System der eBook-Leihe schon etwas etablierter und in die zahlreichen Zusatzdienste von Amazon Prime integriert; so können Prime-Kunden in den USA pro Monat ein Buch kostenlos ausleihen.
Kindle Select ist seit kurzem auch in Deutschland gestartet. Autoren können diese Option auswählen, wenn sie ihr Werk bei Amazon über das Kindle Direct Publishing veröffentlichen. Damit räumen sie allerdings auch Amazon das Recht ein, das Werk 90 Tage lang exklusiv zu vertreiben. In Deutschland steht dieses System bestenfalls am Anfang, zumal Prime-Kunden bei uns nicht in den Genuss der kostenlosen, monatlichen Ausleihe kommen, weshalb Kindle Select für deutsche Autoren derzeit noch vor allem in übersetzter Form interessant ist, um auf dem US-Markt interessant zu werden. Allerdings erleben eBooks inzwischen auch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit, nicht zuletzt durch den eReader-Boom seit letzten Weihnachten. Damit wird auch die Kindle-Infrastruktur um Amazon wachsen und bekannter werden, was Kindle Select mittel- bis längerfristig durchaus auch für deutsche Autoren interessant werden lassen dürfte.



