Die hierzulande weitgehend unbekannte Amazon-Tochter CreateSpace ist nun auch in Europa aktiv. Seit 2007, dem Jahr, in dem Amazon in seinem Heimatland die eBook-Initiative mit dem Kindle-Shop gestartet hat, bietet CreateSpace Kindle-eBooks als Print-on-Demand-Lösung an. Das bedeutet, Kunden können nun auch bei Self-Publish-Titeln, die im Rahmen des Kindle-Direct-Publishing- Programms (KDP) von Indie-Autoren in das Sortiment aufgenommen wurden, anstatt des eines Kindle-eBooks auch eine gedruckte Version anfordern. CreateSpace druckt diese dann nur auf Bestellung und gibt sie noch am gleichen Tag in den Versand, Amazon-Prime-Mitglieder behalten dabei auch ihre Sonderbezüge (kostenlose Lieferung am nächsten Tag).
Autoren laden dazu ihr Manuskript bei CreateSpace hoch und können online weitere Änderungen an Format, Layout etc. vornehmen. Insbesondere für die gedruckte Ausgabe empfiehlt es sich allerdings, ein einigermaßen professionelles Coverbild zu erstellen – oder erstellen zu lassen. Desweiteren können die Bücher auch direkt auf CreateSpace veröffentlicht werden – kostenlos. Darüber hinaus verspricht CreateSpace die branchenbesten Tantiemen bei einem Verkauf. Diesbezüglich sehr hilfreich ist der Tantiemenrechner, den CreateSpace auf seiner Seite anbietet. Hier sollte man einen längeren Blick wagen, um das beste Format etc. zu finden, denn je nachdem können auch schnell Zusatzkosten anfallen, wenn man nicht aufpasst.
Beispiel: Inhalt schwarz/weiß, Format 6 mal 9 Zoll sind generell und Rahmenbedingungen. (Nur Euro-Preise, unabhängig vom Dollar-Preis.)
Bei 100 Seiten à 10€ würden satte 4,20€ Tantiemen pro Buch bringen.
Gehen wir aber von einem Bellestristikwerk aus, das durchschnittlich 500 Seiten haben kann, kommen wir auf -0,60€, schreiben also Verlust.
Erst mit 12€ schreiben wir 0,60€ Gewinn.
15€, ein bei uns durchaus gängiger Preis für ein 500 – 800-Paperback, würde uns immerhin 2,40€ bescheren (mit 600 Seiten dafür nur noch die Hälfte (1,20€) bei ansonsten gleich bleibenden Konditionen).
Diese Szenarien habe ich einmal schnell mit ein wenig Spielerei in drei Minuten ausprobiert. Wenn man ernsthaft plant, sollte man sich wirklich ausführlich damit auseinander setzen, um keine bösen Überraschungen zu erleben und eine angemessene Gewinnspanne für sich selbst herauszuarbeiten.
Der Nutzen für Self-Publisher ist natürlich groß, wenn Amazon die Einbindung in den Kindle-Shop gelungen hinbekommt – da das Modell seit 2007 in den USA besteht, sollte da kein Anlass zur Sorgen gegeben sein. Newcomer können so ein noch breiteres Publikum erreichen, besonders hier in Europa/speziell Deutschland, wo eBooks noch nicht annähernd so akzeptiert und verbreitet sind wie in den USA. Allerdings besteht schnell die Gefahr, zu sehr auf die eigenen Tantiemen zu schielen und den Buchpreis recht hoch anzusetzen – das kann funktionieren, wenn das Buch gut beim Publikum ankommt, in den meisten Fällen dürfte ein derart hoher Preis für einen unbekannten Neu-Autor viele abschrecken. Derzeit ist die Seite von CreateSpace nur auf Englisch verfügbar, aber in Anbetracht der Tatsache, dass Amazon dahinter steht, ist eine deutsche Version der Seite in absehbarer Zukunft nicht ganz ausgeschlossen.




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Kann mir auch sehr gut vorstellen, dass eine deutsche Version nicht lange auf sich warten lässt. Dennoch, man muss doch erst mal schauen wie hoch das Interesse darann wirklich ist.